Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die zu Beginn aus einem weißen pudrigen Belag auf Pflanzenteilen besteht, der abgewischt oder weggepustet werden kann.
Die Sporen des Pilzes befinden sich in der Luft. Auf einem Pflanzenteil gelandet und mit den richtigen Umgebungsbedingungen keimen sie und bilden Mycel. Das ist der helle, lose Belag. Er ist charakteristisch für den Echten Rosenmehltaupilz (Podosphaera pannosa) – die Art von Mehltau, die im Freiland Rosen befällt, und offenbar auch Usambaraveilchen mag.
Das Mycel wächst in die obersten Zellschichten der Pflanze ein und hindert damit das Wachstum. An der Oberfläche breitet es sich mit linienartige Ausläufern aus, um schließlich knotenartige Fruchtkörper zu bilden.
Schadbild
Schadbild
Blüte: Anfangsbefall
Auf dieser Blüte sind auf dem linken Blütenblatt zwei kaum sichtbare helle Auflagerungen, hier steht der Befall ganz am Anfang. Am Rand des Blütenblattes ganz rechts ist der Mehltau bereits deutlicher zu sehen.


Blüte: „Versteckter“ Anfangsbefall
Hier ist nur erst der Stempel vom Mehltau befallen.
Blüte: „Versteckter“ Anfangsbefall
In dieser gefüllten Blüte zeigt sich ein erster Befall an der linken Außenseite der inneren, noch nicht geöffneten Blütenblätter.


Blüte: Starker Befall
Mehltau auf der ganzen Blüte, hier ist zu sehen dass die Blütenmitte Ausgangspunkt war
Blüte: Sehr starker Befall
Mehltau auf der ganzen Blüte, die Blütenblätter sind bereits verformt.


Laub: Befall Tag 1
Ganz frischer Befall, am Abend zuvor noch nicht zu sehen. Die beginnende Ausbreitung mit den Mycelfäden ist gut zu erkennen.
Laub: Befall Tag 2
Hier ist die Bildung des Pulverrasens schon weiter fortgeschritten (Alter ca. 2 Tage, ein Fleck in der Größe eines 20-ct-Stückes)


Laub: Starker Befall
Mehltau als gleichmäßige Pulverschicht auf mehreren Blättern
Mehltaubefall unter dem Mikroskop


Links gesunde Blütenblatt-Oberfläche ohne / rechts mit Mehltau.
Vorbeugen
Vorbeugen
Mehltau wird begünstigt durch schlechte Durchlüftung und Temperaturwechsel. Ein durchlüfteter Standort mit gleichmäßigen Temperaturbedingungen ist also von großer Bedeutung.
Ich beobachte Mehltaubefall am ehesten an den hinteren Pflanzen in den Regalen mit geschlossener Rückwand, und dort bevorzugt im Frühjahr und Herbst, wenn tagsüber die Sonne über die Regale streift und nachts alles auskühlt. Im offenen Regal hingegen oder auf dem Tisch so gut wie nie, und im Sommer und Winter ist auch alles in Ordnung, da die Temperaturen dann beständiger sind.
Für den Umgang mit der Schwachstelle „Regal“ habe ich mir eine Druckluftpistole zugelegt, um in der kritischen Zeit etwas zusätzlichen Wind in diesen Bereichen zu erzeugen, und hoffe das beugt vor. Auch möglich (und sicher komfortabler) wäre eine Lösung mit zeitschaltuhrgesteuerten Mini-Ventilatoren.
Um Befall oder Ausbreitung vorzubeugen, muss man die Umgebung sauber halten, d.h. Regalböden, Tische usw. regelmäßig reinigen. Beim leisesten Anflug von Mehltau ist eine Behandlung erforderlich.
Behandlung
Behandlung
Abwischen oder -pusten hilft leider nur kurz und oberflächlich, da der Pilz in die Zellen eindringt. Der Belag wird erneut erscheinen. Außerdem riskiert man weitere Verbreitung durch zusätzliche Sporen in der Luft.
Sinnvoller ist daher eine Behandlung der Pflanze. Zuvor sollten befallene Blüten entfernt werden, da sie nicht vertragen, mit Fungizid besprüht zu werden und optisch sowieso nichts mehr hermachen. Auch größere Knospen sollten entfernt werden, da der Mehltau bereits ins Innere gewachsen sein könnte und sie dadurch verkrüppeln oder sich nicht mehr öffnen können.
Für die Behandlung von Mehltau gibt es Hausmittel wie das Besprühen mit verdünnter Milch, aufgelöstem Backpulver oder Knoblauchbrühe. Ich habe das noch nicht versucht, sondern verwende zwei Fungizide aus dem Handel mit den Wirkstoffen Azoxystrobin und Difenoconazol. Sie wirken beide sehr gut, Blätter vertragen es problemlos und kleine Knospen auch.
Für die Behandlung stellt man die Pflanze in ein großes, leicht zu reinigendes Gefäß und besprüht sie von allen Seiten.